Wildbestäuberzentrum Waschberghütte

beim Wildbestäuberkurs

Die Hütte wurde im Rahmen des Interreg V Projektes „Wild und kultiviert. Regionale Vielfalt säen“  vom  >Land Salzburg, Abteilung 5 – Natur- und Umweltschutz, Gewerbe< mit  Projektleiter DI Günter Jaritz  und  Unterstützung des Hüttenbesitzers Kremser Heimo vlg. Waschbergbauer und Zusammenrarbeit Naturpark Riedingtal zu einem schmucken Schulungszentrum ausgebaut. Neben einem kleinen für bis zu max.  15 Personen bestens ausgestatteten Seminarraum mit Beamer  und zahlreicher Literatur zum Schmökern, steht auch ein eigener Forschungsraum mit leistungsfähigen Binokularen für  detaillierte Großaufnahmen zur Verfügung.

 

Angebot Wildbestäuberkurse
Über die Sommersaison 2017 konnten bereits zum erstenmal Wildbestäuberkurse auf der Waschberghütte angeboten werden. Die Kurse gestalteten sich sehr abwechslungsreich – mit tollen Vorträgen und  vielen spannenden Informationen über die heimische Wildbestäuberfauna , ging es abwechselnd hinaus in den wunderschönen Naturraum,  ausgestattet mit Kescher u. Röhrchen auf  der Suche nach geeigneten Bestimmungsobjekten.  Neben Basiswissen über die heimische Wildbestäuberfauna, wurde den Teilnehmern speziell die Grundzüge zur Bestimmung von Hummeln und Tagfaltern im Freiland vermittelt und  natürlich  im neu eingerichteten Forschungsraum in der Hütte auch eifrig mikroskopiert.

Auch  Riedi Zanner, ehemalige Sennerin auf der Waschberghütte, war mit ihrer Großnichte Kathja unter den Kursteilnehmern und zeigten sich vom Kursprogramm begeistert. Riedi erzählte „da wo jetzt der Forschungsraum mit den Mikroskopen eingerichtet ist, war früher ihr Schlafzimmer auf der Alm“.

Natürlich konnten die Teilnehmer, wenn das Wetter mitspielte auch ausgiebige Beobachtungen von Wildbestäubern wie zB: Hummel,Schmetterlingen, Fliegen und Käfern in der freien Natur, immer wieder hautnah miterleben - und erhielten zudem einen fundierten Einblick in das faszinierende Geschehen zwischen Pflanzen und Insekten. Sogar die Bergwald- oder Höhenhummel  sowie die Ackerhummel wurden gesichtet und näher unter die Lupe genommen, welche dann mit einem Bestimmungsschlüssel  auf Artniveau relativ rasch bestimmt und unterschieden werden konnten.  Hier ist anzumerken, dass alle  eingefangenen Insekten  unter Aufsicht der WildbestäuberexpertenInnen  wieder unversehrt in ihre Freiheit entlassen wurden.  Gehalten wurden die Seminare von WildbestäuberexpertenInnen  aus ganz Österreich unter der Leitung von Dr. Johann Neumayer.

Auch nächstes Jahr werden wieder Wildbestäuberseminare  auf der Waschberghütte im Naturpark Riedingtal angeboten – genauere Infos zum Kursprogramm >Sommer 2018<  folgen!

Wussten Sie dass „jede zehnte Wildbienenart in Europa  vom Aussterben bedroht ist“

Der Naturpark Riedingtal beherbergt durch den kleinräumigen Wechsel von Kalk- und Silikatgesteinen ein hohe Diversität an unterschiedlichsten Pflanzen in Bergwiesen und Almweiden. Nur  im Zusammenwirken von Blüten und Bestäubern können sich die Pflanzen vermehren    und finden auch die Bestäuber die notwendige Nahrung in Form von Nektar und Polen.

Neben der bekannten Honigbiene sind speziell auch Arten der Wildbienen  bei uns aktiv. Mehr als 20 verschiedene Hummelarten kann man im Lungau antreffen, da neben Talarten auch Arten der Bergwälder und an südseitigen Hängen auch wärmeliebende Arten vorkommen.

In den gemäßigten Breiten tragen Wildbestäuber rund 80% der Bestäubungsleistung von Blütenpflanzen. Sie sichern damit die genetische Vielfalt der Blütenflora und ermöglichen erst damit die Anpassung an geänderte Umweltbedingungen.

Jede zehnte Wildbienenart in Europa ist vom Aussterben bedroht. Sie und weitere Wildbestäuber sind jedoch von zentraler Bedeutung für unser Ökosystem und die Nahrungsmittelsicherheit. Nutzungsaufgabe von Magerwiesen und Bergmähdern sowie der Klimawandel sind nur einige Faktoren, die unsere Nützlingsfauna bedrohen.

Die Gründe für den Rückgang der Wildbestäuber sind vielfältig und reichen von Klimaveränderungen, der Veränderung und dem Verlust des Lebensraumes in unserer meist intensiv genutzten Kulturlandschaft und dem damit verbundenen Rückgang des Nektar- und Pollenangebots bis zu Folgewirkungen des hohen Pestizideinsatzes und der steigenden Empfindlichkeit gegenüber Krankheiten und Parasiten.
Besonders drastisch ist der Rückgang der sogenannten Wildbestäuber. Darunter fallen neben Schmetterlingen, Käfern und Fliegen insbesondere die Wildbienen, von denen es in

Österreich ca. 690 verschiedene Arten gibt. Auch Hummeln zählen zu den Wildbienen und leben in einjährigen Staaten. Was die Bestäubungsleistung angeht sind Wildbienen unschlagbar und damit äußerst wertvoll für die landwirtschaftliche Produktion und die Biodiversität. Manche Arten sind bereits bei +4 °C aktiv und erfüllen die Bestäuberleistung auch bei kühler Witterung, wenn es für die Honigbiene noch zu kalt ist. So manche inneralpine Hummelarten sind spezialisiert auf bestimmte Pflanzen. Sie sind daher wichtig für die Arterhaltung, aber gleichzeitig auch anfällig für Veränderungen ihrer Umwelt.
Das „ Bienensterben “ ist seit mehreren Jahren Thema in den Medien, der Gesellschaft und Politik-das öffentliche Interesse gilt in erster Linie der Honigbiene. Aber auch unsere heimischen Wildbienenarten, insbesondere die 68 europäischen Hummelarten, sind zunehmend gefährdet. Jede vierte Art ist vom Aussterben bedroht. Im Rahmen des Interreg-Projektes werden wirksame Maßnahmen für Wildbestäuber umgesetzt.

Mehr Infos zum  Interreg V Projekt "Wild und kultiviert. Regionale Vielfalt säen" finden Sie  unter www.wildundkultiviert.at